Reverb im Mix

    Von Marco Weiss · Stand 2026-05-12

    Kurze Antwort

    Reverbs als Sends einrichten: 1× kurzer Plate (1.2 s, hell), 1× großer Hall (3-4 s, dunkel), 1× Room (0.4 s, organisch). Highpass den Send bei 200-400 Hz vorfiltern, Pre-Delay 20-40 ms für Vocal-Klarheit. Mehr Send für hintere Elemente, weniger für Lead-Stimme.

    Schritt-für-Schritt

    1. 1

      Drei Reverb-Sends anlegen

      Send A: Plate kurz (Vocals, Snare). Send B: Hall lang (Pads, Atmosphäre). Send C: Room (Drums, Live-Feel). Wet 100 %, Dry 0 %.

    2. 2

      Pre-Delay setzen

      20-40 ms zwischen trockenem Signal und Reverb. Hält die direkte Stimme im Vordergrund, Reverb sitzt dahinter.

    3. 3

      Highpass im Reverb-Send

      EQ auf den Send: Highpass 200-400 Hz. Verhindert, dass Bässe verschmieren – einer der wichtigsten Mixing-Tricks überhaupt.

    4. 4

      Decay-Time zur BPM

      Decay = Pause zwischen Snares. Bei 128 BPM = 470 ms zwischen Vierteln. Plate-Decay 1.2 s passt für die meisten Pop/EDM-Songs, Hall 2.5-4 s für Pads.

    5. 5

      Stereo-Width prüfen

      Reverb-Send sollte breit sein (100 % Width), Original Mitte. Reverb in Mono = Mix wirkt klein und 80er-Demo.

    6. 6

      Sidechain vom Vocal auf Reverb-Send

      Compressor auf Send mit Sidechain vom trockenen Vocal. Wenn Vocal singt → Reverb leiser. Pause → Reverb-Tail kommt durch. Massive Klarheit.

    7. 7

      Reverb-Tail dynamisch komprimieren

      Optional: Compressor (3-5 dB GR) auf den Reverb-Send. Macht den Tail dichter und konstanter. Nicht zu hart, sonst pumpt es.

    Häufige Fragen

    Faustregel: Wenn du den Reverb solo deutlich hörst und im Kontext immer noch raushörst, ist es meist zu viel. Bei Pop-Vocals 5-15 % Send-Pegel reicht oft. Lieber zu wenig und im Mastering Atmosphäre hinzu.